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Cortison-Nebenwirkungen

Cortison ist als Teufelszeug mit Nebenwirkungen verschrien. Die Hauptprobleme der Cortisontherapie ergeben sich daraus, dass Cortison nicht nur ein Medikament ist, sondern als körpereigenes Hormon auch ganz bestimmte Aufgaben im Körper hat. Wenn Cortison als Medikament dem Körper über die von ihm produzierte Menge hinaus zusätzlich von aussen zugeführt wird, werden dadurch einige wichtige Körperfunktionen (z.B. im Stoffwechsel oder bei der Immunabwehr) beeinflusst. Dies geschieht umso mehr, je höher die Cortisondosis ist und je länger Cortison gegeben wird. Die ungünstigste Kombination ist die Gabe hoher Cortisonmengen über einen längeren Zeitraum.

Unerwünschte Nebenwirkungen von Cortison entstehen in erster Linie dadurch, dass die normalen Aufgaben von Cortison im Körper als natürliches Hormon beeinflusst werden. Unerwünschte Nebenwirkungen von Cortison hängen damit in erster Linie von zwei Hauptfaktoren ab:

  1. Dauer der Therapie
  2. Cortisonmenge (Cortison-Dosis)

Bei einer kurzdauernden Gabe (z.B. als Einmaldosis oder über einen kurzen Zeitraum von 1-3 Wochen) in der Akuttherapie ist Cortison selbst in hohen Dosen mit ganz wenigen Ausnahmen praktisch frei von unerwünschten Nebenwirkungen.

Bei der längerdauernden Therapie oder sogar bei einer Therapie über Jahre hängt das Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen entscheidend von der Dosis ab. Als sehr grobe Faustregel gilt, dass Cortison von den meisten Patienten auch über einen längeren Zeitraum ohne unerwünschte Nebenwirkungen eingenommen werden kann, wenn die Tagesdosis 5 mg Prednisolon (z.B. 5 mg Decortin oder Decortin H) nicht überschreitet.

Umgekehrt führen bei einer längerdauernden Therapie (mehr als 3-4 Wochen) Cortisonmengen von mehr als 10 mg Prednisolon pro Tag bei den meisten Patienten zu unerwünschten Nebenwirkungen. Die wichtigsten und häufigsten sind:

  1. Steigerung des Appetits und dadurch bedingte Gewichtszunahme
  2. Einlagerung von Wasser in das Gewebe und „Aufschwemmen“
  3. Infektanfälligkeit
  4. Störung des Zuckerstoffwechsels
  5. Verringerung des Kalksalzgehaltes im Knochen (Knochenentkalkung, Knochenschwund, Osteoporose)
  6. Kopfschmerzen und Schwindel